Airtour 2009

Deutschlandumrundung mit Dänemark

 

 

Dieses Jahr entschlossen wir uns zu einer Deutschlandumrundung mit einem Abstecher nach Dänemark. Die Überlegung ging davon aus, den Rhein entlang nach Norden zu fliegen, die Nordseeinseln mitzunehmen, über Dänemark zur deutschen Ostseeküste zurückzukehren und eventuell über Bayern wieder nach Hause zurückzukehren.

 

Montag, 25.5.2009

 

 

Wir trafen uns wie gewohnt um 8 Uhr am Flugplatz, wo wir die entsprechenden Vorbereitungen trafen: Wetter einholen, Tanken, Flugplanung, Flugzeug durchsehen, Gepäck verstauen. Ziel war zunächst ein Tankstopp in Bonn- Hangelar oder Essen- Mülheim. Bei bester Sicht gings los über die Schwäbische Alb und den nördlichen Schwarzwald nach Karlsruhe, dann den Rhein entlang. Westlich von Frankfurt ist Aufmerksamkeit geboten, denn hier reicht der Airspace C bis auf 1500 Fuß MSL herab. Bei Köln stellten wir fest, dass Tanken noch nicht dringend erforderlich war, also flogen wir weiter nach Essen- Mülheim. Von hier gings über das Ruhrgebiet weiter nach Norden über den Teutoburger Wald zur Insel Borkum, wo wir in einer ehemaligen Jugendherberge direkt am Flugplatz übernachteten. Dort erhielten wir auch Fahrräder, mit denen wir in den ei paar Kilometer entfernten Ort radelten, um ihn und den Strand zu erkunden. In einem anscheinend beliebten Speiserestaurant – es war recht voll – verspeisten wir einen feinen Fischteller. Danach klang der Abend im Opa sein klein Häuschen aus. Auf dem Heimweg fiel dann an Peters Rad die Beleuchtung aus, und die an meinem war eine düstere Funzel, so dass wir Mühe hatten, wieder zum Flugplatz zu finden.

 

 

Dienstag, 26.5.09

Inzwischen hatte der Wind etwas aufgefrischt. Nach dem Frühstück – wir waren anscheinend die einzigen Gäste – führte uns unser Flug in einem schönen Sightseeing- Programm vorbei an den west- und ostfriesischen Inseln (Juist, Norderney, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge) über das Wattenmeer vorbei an Cuxhaven auf die Insel Föhr. Die Sandbänke, in denen auch einige gestrandete Schiffe liegen, sind schon beeindruckend. Auf dem Flugplatz Wyk planten wir den weiteren Flug nach Randers in Dänemark. Tanken war noch nicht nötig, also wurde der Flugplan aufgegeben und los gings. Exakt an der Dänischen Grenze begann der Wind recht streng und böig zu werden, so dass es uns ganz ordentlich durchschüttelte. Auch die Wolken wurden mehr und dunkler. Auf dem Flugplatz Randers war nur ein Fluglehrer mit seinem Schüler da, außerdem schien Randers ein Städtchen ohne besondere Höhepunkte zu sein. Also steckten wir die Landegebühr in einen Umschlag, schrieben unser Kennzeichen drauf und warfen ihn in den Briefkasten. Dann flogen wir weiter nach Aalborg, einer größeren Stadt im Norden Dänemarks. Kurz nach uns landete eine Verkehrsmaschine der Scandinavian Airlines. Die Piloten hatten wohl unseren Funkverkehr gehört und winkten uns beim Vorbeirollen freundlich zu. Nachdem wir uns am Automaten mit dänischen Kronen versorgt hatten, fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, wo wir ein einziges, nicht ganz billiges Hotel fanden. Der Rundgang durch die Stadt war kalt und windig, und als es begann zu regnen, fanden wir zum Glück ein Restaurant, wo es in feiner Atmosphäre vornehmen Fisch gab. Beim weiteren Abendrundgang kamen wir wieder in die gleiche Straße zurück,  wo inzwischen verschiedene Szene- Lokale geöffnet hatten und einiges abging.

 

 

Mittwoch, 27.5.09

Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet fuhren wir mit dem Bus wieder zum Flughafen, um zunächst zu tanken, den Flug vorzubereiten und den Flugplan aufzugeben. Die Kosten hielten sich für einen Flughafen in Grenzen. Bei starkem Wind (bis 30 Knoten) ging es zunächst über das Festland, dann zum Großen Belt über viele Inseln zur Ostsee. Am Nachmittag landeten wir in Barth. Hier liehen wir uns wieder Fahrräder, um beweglicher zu sein. In der Pension am Markt fanden wir eine günstige, aber schöne Bleibe für die Nacht. Das Städtchen war recht schnell erkundet, es wirkt recht verschlafen. Sehr schön ist die alte gotische Kirche und einige neu renovierte alte Häuser. Unsere Fahrradrundfahrt führte uns auch zum Oldtimer-, Titanic- und Vampirmuseum. (Eine eigenartige Kombination) Bei der Suche nach einem Speiserestaurant taten wir uns zunächst etwas schwer, doch dann empfahlen uns ein paar junge Leute das Restaurant des Fischereivereins am Hafen. Dort entschieden wir uns für eine leckere Ostseescholle. Anschließend entdeckten wir noch eine urige Kneipe, den „Smuggler“. Nachdem wir aus Sicherheitsgründen die Fahrräder nach Hause gebracht hatten, ließen wir hier den Abend ausklingen.

 

 

Donnerstag, 28.5.09

Von Barth hüpften wir zunächst ins nahe Anklam. Zu Fuß gelangten wir vom Flugplatz in die Stadt, wo wir das Lilienthal- Museum besuchen wollten. Im Museum im Tor war aber das Anklamer Stadtmuseum untergebracht. Dort war als besondere Sehenswürdigkeit der „Anklamer Münzschatz“ zu bestaunen. Bei Grabungsarbeiten vor ein paar Jahren im Keller eines mittelalterlichen Hauses eine Schatztruhe mit außergewöhnlich vielen Goldmünzen entdeckt worden. Sie waren gerollt verpackt und vermutlich im 30- jährigen Krieg von einer Zunft dort versteckt worden. Eine Einzelperson hätte nie ein solches Vermögen anhäufen können. Danach marschierten wir noch zum Lilienthal- Museum. Otto Lilienthal stammte bekanntlich aus Anklam. Seine Versuche zur Aerodynamik sind für die damalige Zeit recht beeindruckend. Mit dem Bus fuhren wir dann zum Flugplatz zurück und starteten nun Richtung Magdeburg. Der Flug führte uns übers Brandenburgische Flachland mit seinen Seen und kurz vor Magdeburg an die Elbe. Vom Flughafen fuhren wir mit Bus und Straßenbahn in die Innenstadt, wo wir zunächst ein Hotel suchten. Das ist in einer größeren und unbekannten Stadt nicht ganz einfach, und man gerät oft an ein etwas teureres. So ging es uns auch. Das Hotel Raatswaage ist sicher eine der ersten Adressen Magdeburgs. Der Rundgang durch die modern erscheinende Großstadt (Magdeburg hatte große Kriegszerstörungen) führte uns auch zum Dom, in dem sich das Grabmall Ottos des Großen befindet. Leider war schon geschlossen. Ein Glanzpunkt der modernen Architektur ist jedoch das Hundertwasser- Haus. In der Nähe der zum großen Teil schön restaurierten Häuser aus der Gründerzeit fanden wir das einzige deutsche Speiserestaurant, das uns begegnete, das Kartoffelhaus. Als wir uns an einem Tisch niederließen, hörten wir vom Nebentisch Schwäbisch. Eine Radlergruppe, die den Elberadweg gefahren war, feierte hier den Abschluss. Einer der Teilnehmer: Jürgen Kuhnle, Verwandtschaft von Hildegard. Um ihn zu treffen, muss man nach Magdeburg kommen. Der Abend klang dann im „Alex“ aus.

 

 

Freitag, 29.5.09

Nach einem riesigen Frühstücksbüffet fuhren wir wieder mit Straßenbahn und Bus zum Flughafen, wo unser Falke uns erwartete. Nach Flugplanung und Tanken führte unser Kurs nun weiter nach Süden über den Frankenwald und am Truppenübungsplatz Grafenwöhr vorbei. Über dem Bayerischen Wald begann es zu regnen, und ein Schauer war an der Grenze zum Schnee. Jedenfalls saugte es durch den hinteren Haubenspalt Schneeflocken ins Cockpit. Aber bald war die Donau erreicht, und wir landeten in Vilshofen. Kaum ausgestiegen, holte uns der soeben hinter uns gelassene Regen wieder ein, so dass wir zunächst mal nass wurden. Nach einem Kuchen im Flugplatzrestaurant gingen wir zu Fuß über die Donaubrücke ins Städtchen zu der Pension, die wir am Flugplatz empfohlen bekamen. Vilshofen ist eine typische bayerische Kleinstadt und schnell erkundet. An Gaststätten gibt es keinen Mangel. Ein größerer Spaziergang führte uns noch zur Benediktinerabtei Schweiklberg hinauf. Nach einem gut bürgerlichen Essen kamen wir beim weiteren Rundgang noch bei „Paulas Bürgstüberl“ vorbei, einer kleinen Kneipe, wo man Einheimische findet und trotzdem willkommen ist. Anscheinend ist dort oft bis morgens um 5 Betrieb. Aber so extrem wollten wir es doch nicht treiben.

 

 

Samstag, 30.5.09

Nach dem Frühstück regnete es zunächst, hörte aber bald wieder auf, so dass wir zum Flugplatz marschieren konnten. Tanken war heute nicht nötig, und so beschlossen wir, die Flugstrecke südlich des Flughafens München über das Stadtgebiet von München zu legen. Ein Sightseeing- Programm ersten Ranges! Frauenkirche, Deutsches Museum, Oktoberfestwiese mit der Bavaria, Schloss Nymphenburg, dann Starnberger See und Ammersee, reiner Genuss. Unterwegs besserte sich das Wetter zusehends. Bald tauchte das Kloster Roggenburg auf, und es wurde Zeit, den Sinkflug einzuleiten. Nach der Landung in Erbach auf der Piste 03 war nun Ausladen, Tanken und Flugzeugputz angesagt. Der fiel nicht so arbeitsintensiv aus, da der Regen schon viele Fliegen abgewaschen hatte. Nach den Einträgen ins Flugbuch machten wir uns dann auf den Heimweg. Gesamtflugzeit war etwa 17 Stunden.

 

 

Fazit:

Eine schöne Tour, auch für Piloten, die im internationalen Verkehr weniger geübt sind. Dänemark ist fliegerisch recht problemlos. Besonders schön der Flug übers Wattenmeer (siehe auch Fliegermagazin 4/2009)

 

 

Ferdinand Löw

Peter Villoth

 

UND HIER DIE BILDERGALERIE MIT ALLEN AUFNAHMEN